Steiermark-Hotelier Gerhard Höflehner über die Corona-Krise - A-List
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Steiermark: Neue Langsamkeit im Hotel Höflehner

Hotel Höflehner

Warum er in seinem Wellnesshotel im Ennstal noch mehr auf Natur-Feeling setzt. Wie es das Reisen verändert, wenn Österreicher ihre Heimat besser kennen. Und warum es jetzt keine Ausreden gibt, Aufgeschobenes zu erledigen. So geht Hotelier Gerhard Höflehner die Corona-Krise an.

von A-List / 20.04.2020

 

Gerhard Höflehner ist mit seinem Wellnesshotel im steirischen Ennstal zuhause. c Rene Strasser

A-LIST: Wie schaut dein Familienalltag momentan aus? 
Sehr herausfordernd. Wir haben drei Töchter im Alter von vier, sieben, und acht Jahren – die werden ab 8.30 in die Home School gesetzt. Die Kleinste hat dann Mal- und Spielsachen. Ich arbeite im Hotel, eigentlich wie immer im Büro und mit drei Mitarbeitern in ihren eigenen Büros sind wir in ständigem Austausch. Meine Frau gibt den Kindern Hilfe und wir konferieren mit unserem Team über Handy und Nebenstellen.

Hier kommst du zur A-List-Geschichte über das Hotel Höflehner.

A-LIST: Was hast du in den letzten Wochen gemacht, wozu du seit Jahren nicht gekommen bist?
Eigentlich, und das ist das schlimme, komme ich zu weniger, als wenn wir eine „normale“ Betriebspause hätten. Da sieht man schon wieder, dass wir alle zu schnell unterwegs sind und die Krise uns jetzt lehrt, langsamer zu werden. Ich hoffe, wir nehmen die Lehre/Leere an. Und das ist gut so. Wir sind gerade am „ausrollen“. Dadurch dass wir möglichst kostensparend agieren müssen und vieles in Kurzarbeit erledigen, kann man sich im Moment gar nicht gut freispielen und über neue Wege und Strategien nachzudenken. Ehrlich gesagt, vier Wochen sind nicht lang, in denen man sich neu orientieren kann! Man ist zurzeit schon noch gefordert – und wird die nächsten Wochen zusätzlich gefordert sein, Sachen, die man aufgeschoben hat, endlich anzugehen! Es gibt jetzt keine Ausreden.

Die Ennstaler Natur als Kraftplatz

A-LIST: Welche Plätze in deiner Gegend geben dir momentan Kraft?
Die Natur rundherum – es ist Frühjahr und man sieht bei uns am Berg jeden Tag den Pflanzen beim Wachstum zu – Zeitraffer in Echtzeit. Unglaublich schön. Während ich diese Zeilen schreibe, schaue ich auf das Abendrot des Dachsteinmassivs. Es ist einfach nur schön und ich kann es nicht erwarten, bald wieder unseren Gästen diese Stimmungen präsentieren zu können!

Der Infinity Pool mit Blick in die Natur. c Rene Strasser

A-LIST: Nach dem ersten Schock – wie schätzt du die Lage in deiner Region und deinem Haus ein? Welche Pläne gibt es für die Zukunft?
Wir werden mit Sicherheit noch mehr in Natur-Angebote gehen, bewusst noch regionaler, gesünder, nachhaltiger und achtsamer mit unseren Angeboten umgehen. Wir sind demütig, in so einer intakten Welt zu leben und so werden wir unser Anwesen zusammen mit unseren großartigen Mitarbeitern weiter pflegen, damit sich viele Gäste daran erfreuen können!

Mit diesen Hoteliers sprechen wir noch über die Corona-Krise:

Martina Toifl vom The Mozart Hotel Salzburg: Krisen beflügeln

Rösslwirtin Gudrun Peter: Kraftplatz nach Corona

Der Regentanz von Puradies-Chef Michael Madreiter

Hochschober-Chefin Karin Leeb: "Corona verändert viel"

Krone Hittisau: Dietmar Nussbaumer über Corona

Dietmar Silly: Privat, privater, Pures Leben

Die Hollmanns über das Post-Corona-Reisen

Kraft, Mut und Fleiß: Hotel Stein-Direktorin Margot Weindorfer

Family Austria Hotels: "Glück hoch 2"

ARX Hotel: Klasse statt Masse im Tourismus

Hotel Seefischer: Michael Berndl schaut mit den Augen der Gäste

Blaue Gans Salzburg: Andi Gfrerer und die Achtsamkeit

Riederalm Leogang: Reisen ist Freiheit

Bergergut-Chefin: Mehr Sinn und Tiefgang

Golden Hill: Hideaway als Urlaubszuhause

Auf der Welle: Im Hotel Hirschen in Vorarlberg

Stadthotel Brunner: Mitte finden in Schladming

Steiermark: Neue Langsamkeit im Hotel Höflehner

Das Goldberg: Vera Seer über geschenkte Zeit

A-LIST: Was unternimmst du in deinem Hotel, damit Gäste jetzt buchen oder umbuchen?
Gäste buchen gratis einen neuen Termin, erhalten Gutscheine für Anzahlungen und bei Sofortzahlungen Preisnachlässe – momentan ist die Liquidität das Wichtigste und da darf es dann auch dosiert Aktionen geben, auch um den Gästen entgegenzukommen. Uns kommt man auch seitens WKO, Banken und AMS entgegen. Das ist überhaupt sehr schön, dass man hier so gut und zielgerichtet zusammenarbeitet – hätte ich mir nie gedacht!

A-LIST: Was sind deine drei Forderungen an die Politik?
Trotzdem vermisse ich Klarheit und Ansagen, auch wenn sie hart sind, hätte ich kein Problem. Es trifft alle gleich. Das muss gewährleistet sind. Ich finde es schade, dass die westlichen Bundesländer eigene Lösungen mit Betriebssperren (Tirol, Salzburg, Vorarlberg) erwirkt haben, und die östlichen nicht. Das führt zu Unsicherheit. Einzelne Betriebe klagen, weil die Abwicklung nach dem Epidemiegesetz 1950, die den Verdienstentgang regelt, nach zwei Wochen durch die Covid19-Verordnungen abgelöst worden ist. Aber so wie es jetzt aussieht, muss man sich seine Zukunft selbst basteln und ausmalen, und das geht nicht. Wir sind in der gleichen Branche und im gleichen Staat und trotzdem gelten zum Teil andere Regeln. Wir müssen zudem dringend wissen, ob wir planen und wie wir aufsperren können und ob die Maßnahmen auch den Winter betreffen. Man lässt uns momentan nicht mal in Szenaren denken – weil es keine konkreten Ansagen gibt (wenn, dann…) Das ist untragbar.

Im Hotel Höflehner: Ungestörter Blick in die Berge aus dem verglasten Yoga-Haus. c Rene Strasser

A-LIST: Wie heißt dein Leitsatz in der Krise?
Nutzen wir die Zeit und wachsen wir! Ruhig bleiben. Professionell weiterarbeiten und kein unnötiger Aktionismus, keine voreiligen Schlüsse. Wir sind in einer sehr guten Ausgangsposition für die Aufgaben der Zukunft und brauchen uns hier nicht zu fürchten. Es wird bald weitergehen, bewusster, achtsamer, überlegter, davon bin ich überzeugt!

Urlaub in der Heimat

A-LIST: Was sagt dein Bauchgefühl: Wie wird Corona das Reisen generell verändern? Wird es langsamer oder schneller? Weiter oder näher?
Im ersten Schritt wird es langsamer, aber in spätestens zwei Jahren wollen die Leute, sofern es die Wirtschaft unbeschadet übersteht, wieder in die Weite ziehen, weil die Heimat kennen sie dann sehr gut. Sie werden aber anders reisen, weil sie sehen, wie schön es zuhause ist und wie toll unsere Leute drauf sind. Sie werden sicher Vieles im Land besser kennen und schätzen!

A-LIST: Was ist dein Best-Case-Szenario?
Dass im Sommer unglaublich viele Österreicher kommen, die das Naturgefühl komplett neu bei uns entdecken und die dann zu Stammgästen werden und wir uns als Naturhotel weiter profilieren. Und natürlich, dass der Coronavirus bis Herbst ausgetrocknet ist und es im Winter nicht mehr zurückkommt, weil die jetzigen Regeln greifen.

A-LIST: Was sind die Dinge, die du nach der Krise unbedingt machen willst und wirst?
Wir fahren gerne ans Meer, wir brauchen Kontrastprogramm – und das werden wir bestimmt machen. Nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Auto in unsere südlichen, westlichen oder auch nördlichen Nachbarländer. Was die jetzt alles mitmachen… Sie haben uns auch wieder mal als Gäste verdient!



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