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Insiderin Wien: Mirjam Angerer-Geier

Bildraum 01

Die Mediendesignerin und Ausstellungsmanagerin Mirjam Angerer-Geier mag Fotos. Heuer veranstaltet sie gemeinsam mit Felix Leutner zum dritten Mal die Fotografie-Werkschau photo::vienna – von 12. bis 16. Oktober im MAK.

von Maria Schoiswohl / 29.09.2014

Neben der photo::vienna haben Sie mit Felix Leutner auch die Plattform young austrian photography gegründet. Was macht die Wiener Fotoszene einzigartig?
In erster Linie, dass sie viel Potential hat. Ich sehe die Fotografie grundsätzlich nicht nur als in der sogenannten Kunst angesiedeltes Medium. Bildsprache hat mich immer sehr interessiert. In der uns umgebenden Flut an Bildern freue ich mich genauso über eine ansprechende Fotoserie in einem Magazin, ein gutes Foto am Cover einer Zeitung oder ein geschmackvolles Werbesujet.
Wien
Vor Wien lebten Sie in Washington D.C. Wo steht die Wiener Foto- und Kunstszene im internationalen Vergleich?
Es hat sich viel getan in den letzten Jahren! Kunst hat gerade in der Hauptstadt immer einen großen Stellenwert gehabt, die Fotografie ist später erst dazu gekommen. So interessant die klassische Kunst ist, so angestaubt ist sie teilweise auch – ich finde, von dieser Staubschicht ist einiges abgekratzt worden. Wenn ich einen direkten Vergleich zu Washington D.C. ziehe, ist Wien definitiv voraus. Bei einem Vergleich zu New York wird es deutlich schwieriger. Ganz klar ist das Moma in New York ein Vorreiter, an dem sich auch internationale Museumsgestalter orientieren. Die Art Basel in Miami ist allein als Institution mit den ganzen Parallelveranstaltungen in der Gegend von Miami Beach einzigartig. Genauso hat die Paris Photo in Los Angeles einen Vorteil – dort ist ja quasi die ganze Stadt eine einzige Fotostrecke. Schade, dass es diese in Zukunft nicht mehr geben wird, vielleicht eben deshalb... Die Armory Show sowie die Scope Art in New York sind ein Genuss. Schön, dass diese Art von Kunst-„Events“ auch hierzulande Einzug gehalten hat. Noch ausständig und ganz oben auf meiner Liste steht bei mir in diesem Zusammenhang ein Besuch des Fotomuseums Fotografiska in Stockholm.
Wien
Wo pulsiert die Szene?
Die Galerie Ostlicht ist natürlich schon lange kein Insider-Tipp mehr – davon war ich aber nach meiner Rückkehr aus den USA am meisten beeindruckt. Die Ausstellung Blowup/Antonionis Filmklassiker und die Fotografie in der Albertina waren auch großartig - ich freue mich darauf, künftig mehr aus der riesigen Fotosammlung der Albertina zu sehen (Albertinaplatz 1). Ein Vorteil an der Fotografie ist, dass sie bei den meisten Festivals und Kunstevents einfließen kann – ob bei der Vienna Design Week, den Wiener Festwochen, dem Impulstanz Festival oder gerade eben bei der viennacontemporary bzw. Parallel. Von diesen, durchaus zum Teil schon international bekannten Veranstaltungen ein gutes Image nach außen zu transportieren, finde ich essentiell, um Wien auch von dieser Seite noch attraktiver zu machen. Fotoausstellungen zu Themenschwerpunkten meine ich damit genauso wie gute Bilder, die vor Ort gemacht werden, oder Fotostrecken im Rahmen einer aktuellen Geschichte oder Person. Gefragt ist dabei die Kreativität der Fotografen, die Bildsprache nicht zu einem monotonen Einheitsbrei in der Versenkung verschwinden zu lassen. Dabei sind natürlich auch die Offenheit und das Budget der Publisher ein Thema.

OstLicht. Galerie für Fotografien

Absberggasse 27
1100 Wien
+43 1 9962066
www.ostlicht.at

OstLicht. Galerie für Fotografien, Absberggasse 27, 1100 Wien
Sie sind Ausstellungsmanagerin von Bildraum 01. Welche Ausstellungsräume in Wien schätzen Sie selbst?
Ich hatte schon seit jeher eine große Liebe zum Mak, auch wenn ich die ein oder andere Ausstellung nicht so spannend gefunden habe. Ich mag das Haus und mit der Eröffnung des Design Labor wurde, meiner Meinung nach, eine Schnittstelle zwischen Tradition und Contemporary genau getroffen (Stubenring 5). Das könnte es genauso in New York geben, allerdings nicht in einem solchen, 150 Jahre alten Haus. In Sachen Fotografie finde ich auf jeden Fall die Galerie Christine König einen Besuch wert (Schleifmühlgasse 1A). Das MQ bleibt für mich als ganzes Areal interessant (Museumsplatz 1). Das war mit der Anfang einer neuen Kunstszene in Wien. Sehr interessant sind auch Locations, die von engagierten Einzelpersonen oder Collectives organisiert werden. Der Projektraum Viktor Bucher ist ein gutes Beispiel (Praterstraße 13/1). Sehr gespannt bin ich, wie sich die Ausstellungsfläche Franz-Josefs-Kai 3 weiterentwickelt – eine tolle Location!

Franz-Josefs-Kai 3

Franz-Josefs-Kai 3
1010 Wien
www.franzjosefskai3.com

Franz-Josefs-Kai 3, Franz-Josefs-Kai 3, 1010 Wien
Welche jungen Wiener Fotografen haben Sie erst kürzlich neu für sich entdeckt?
Schwierig, da einzelne herauszupicken. Aber ich habe unlängst eine Ausstellung mit Laurent Ziegler im Bildraum 01 umgesetzt – er erfüllt für mich den Anspruch „sensible Sehgewohnheiten schärfen“ (unstill.net). Seine Bilder erzählen Geschichten, ohne dabei überladen zu sein – ein für mich sehr wichtiges Qualitätskriterium! Er hat ein klares Konzept zu seinen Arbeiten, zu denen er im Vorfeld gründlich recherchiert. Man spürt die Leidenschaft und Professionalität, die dahinter stecken, ebenso die Liebe zum Detail. Auch Anita Schmid ist für mich eine tolle Fotografin – ihre Bilder berühren mich und ich möchte noch mehr von ihr sehen (www.anitaschmid.at). Genauso wie von Severin Koller, dessen Arbeiten ich als großer Street Photography-Fan sehr schätze (www.severinkoller.com). In der künstlerischen Fotografie möchte ich Markus Oberndorfer noch hervorheben (www.markusoberndorfer.com). Und Clemens Ascher würde ich jederzeit für den Auftrag einer Werbekampagne empfehlen. Die Liste könnte noch lange weitergehen – alle ausgewählten Fotografen im Rahmen von young austrian photography haben ihren eigenen Stil (www.youngaustrianphotography.at) – das ist es, was sie für mich speziell macht. In den USA hat zuletzt Alex Prager großen Eindruck bei mir hinterlassen (www.alexprager.com).

Clemens Ascher

Hubangerweg 1
6091 Goetzens
+43 699 17170309
www.clemensascher.com

Clemens Ascher, Hubangerweg 1, 6091 Goetzens
Stichwort Freizeit: Wie haben Sie Ihren letzten freien Tag in Wien verbracht?
Ein Rundgang frühmorgens am Flohmarkt beim Naschmarkt mit meinem Mann (1060). Auslüften bei einem Spaziergang im Lainzer Tiergarten (Lainzer Tor, Hermesstraße) und abends ein Film in einem der alten Kinos – Burg (Opernring 19), Votiv (Währinger Straße 12) oder im Filmcasino, wo zuletzt „Finding Vivian Maier“ gezeigt wurde. Eine sicher nicht einzigartige Geschichte, die gut aufbereitet auch neugierig macht, was da noch alles in so manchen Schachteln und Kellern verstaut ist.

Filmcasino

Margaretenstraße 78
1050 Wien
+43 1 5879062
www.filmcasino.at

Filmcasino, Margaretenstraße 78, 1050 Wien
Wo trifft man Sie beim Einkaufen in Wien?
Die Basics kaufe ich am liebsten bei Michel Mayer. Elfenkleid finde ich wunderschön (Margaretenstraße 39). Ansonsten mag ich Vintageläden sehr gern und habe mich in New York auch ordentlich eingedeckt. Ich denke, Fräulein Kleidsam hat das in Wien sehr geschmackvoll umgesetzt (Seisgasse 3). Meine am meisten getragene Jeans ist von Marc Jacobs (Anm.: u. a. bei Sterngasse 4 in der Sterngasse 4).
Michel Mayer, Singerstraße 7, 1010 Wien
Welches Wiener Hotel versprüht für Sie Wiener Charme und Modernität?
Schwer, da ich selber in keinem gewohnt habe. Es ist allerdings eine Frage, die ich oft von Besuchern gestellt bekomme. Da empfehle ich dann The Guest House. Gut geführt und ein extrem angenehmes Ambiente. Dort hatte ich auch Gelegenheit, die Zimmer zu sehen. Die Fotoarbeiten sind von Wolfgang Zajc, Felix Leutner - mein Projektpartner bei der photo::vienna - hat die Prints gemacht und ich durfte den Plan für die Petersburgische Hängung im letzten Stockwerk umsetzen.

The Guesthouse Vienna

Führichgasse 10
1010 Wien
+43 1 5121320
www.theguesthouse.at

The Guesthouse Vienna, Führichgasse 10, 1010 Wien
Abschließend Ihr Tipp: Was hält die Stadt für Familien und Kinder parat?
In den Dschungel Wien und den Tierpark Schönbrunn (Maxingstraße 13b) würde ich mit den Kindern meiner Freundin jederzeit wieder gehen.

Dschungel Wien

Museumsplatz 1
1070 Wien
+43 1 522072019
www.dschungelwien.at

Dschungel Wien, Museumsplatz 1, 1070 Wien


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