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Insider Wien: Schriftlabor

Schriftlabor

Rainer Erich Scheichelbauer hat in Wien Fotografie, Philosophie und Niederländisch studiert. Heute kreiert er mit seiner Firma Schriftlabor Schriften und unterrichtet Schriftgestaltung.

von Markus Krennmayr / 19.06.2017

Sie wohnen im zweiten Wiener Gemeindebezirk, was lieben Sie an der Mazzesinsel?
Ich wohne seit 2003 zwischen Augarten und Karmelitermarkt. Das Grätzl hat sich in der Zeit rasant entwickelt, aber die Kombination aus guter Lage, viel Grün und netten Cafés – und zwar in jeder Preisklasse – finde ich auch für Wien recht einzigartig. Dazu kommen die verwinkelten Gassen, in denen Ortsunkundige sich schon mal verirren können. Auch mein Büro liegt im Zweiten. Wenn mir ein bisschen Zeit bleibt, dann spaziere ich über den Donaukanal in die Arbeit.
Wo sind dort Ihre liebsten Orte?
Am liebsten bin ich im Café Altenberg und der Schönen Perle. Ins Jazz-Café Zwe schaffe ich es leider viel zu selten. Mit Freunden treffe ich mich nach Feierabend gern im Sperlhof. Ich bin ein zwar mäßiger, aber passionierter Tischfußballspieler und im Hinterzimmer kann man einen Tisch auf Zeit mieten. Meine Geburtstage feiere ich auch dort. Apropos Sperlhof: Die Speisekarte habe ich seinerzeit gestaltet, als Bezahlung gab es eine Gutschrift. Herr Sommer hat darauf bestanden, obwohl ich sie sogar kostenlos setzen wollte.

Café Sperlhof

Große Sperlgasse 41
1020 Wien
+43 1 2145864

Café Sperlhof, Große Sperlgasse 41, 1020 Wien
Was hat Sie ihn Wien kürzlich überrascht, in welchem Grätzl ist gerade viel los?
Der Radetzkyplatz im Dritten ist schön aufgeblüht. Ich war zuletzt abends dort und obwohl es auf den ersten Blick so ein komplizierter Verkehrsknotenpunkt ist, ist es einfach herrlich am Abend draußen zu sitzen. Wenn das Wetter mitspielt freilich. Aber eigentlich bin ich von der ganzen Stadt positiv überrascht. Beruflich bin ich sehr viel international unterwegs. Dadurch habe ich Wien besonders schätzen gelernt. Mir ist klar geworden, was nicht selbstverständlich ist: Wien ist schön und Wien funktioniert einfach gut.

Radetzkyplatz

Radetzkyplatz
1030 Wien

Radetzkyplatz, Radetzkyplatz, 1030 Wien
Wien hat eine Vielzahl an liebenswerten alten Neonschildern und Schriften, wo ist ihre Liebste?
Da geht gerade viel verloren. Deshalb find ich die Stadtschrift-Initiative von Birgit Ecker und Roland Hörmann sehr gut. Am Sperlgymnasium konnten sie gerettete und renovierte alte Neonbeschriftungen montieren und wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Da schlägt mein Typografenherz einen Takt höher.

Stadtschrift

Liniengasse 2A
1060 Wien
www.stadtschrift.at

Stadtschrift, Liniengasse 2A, 1060 Wien
Ihr Büro ist im zweiten Bezirk, wo geht es hin für den perfekten Business-Lunch?
Fürs Business-Lunchen finde ich das untere Ende der Praterstraße ideal. Das georgische Ansari hat immer ausgezeichnete Mittagsmenüs (Praterstraße 15), das Ramasuri (Praterstraße 19) beim Nestroy-Denkmal ist auch exquisit. Wenn es ein Sandwich tut, gehe ich gern in den Bunten Hund, der erst vor kurzem aufgesperrt hat.

Toasterei Bunter Hund

Praterstraße 11
1020 Wien
+43 660 6057797
www.facebook.com/bunterhundwien

Toasterei Bunter Hund, Praterstraße 11, 1020 Wien
Gerade der Zweite hat ja eine bunte Auswahl an Märkten, auf welchem trifft man Sie?
Gelegentlich auf dem Karmelitermarkt. Aber da ich so viel unterwegs bin und keinen richtigen Haushalt führen kann, ist das leider nur ein seltener Spaß für mich.

Karmelitermarkt

Krummbaumgasse/Leopoldsgasse/Haidgasse
1020 Wien

Karmelitermarkt, Krummbaumgasse/Leopoldsgasse/Haidgasse, 1020 Wien
Der Sommer naht, Ihre Empfehlung für einen spontanen Wochenendtrip?
Wenn es über die Grenze gehen muss: Zagreb, Ljubljana, Bratislava. Unterschätzt und wunderschön. In Österreich sind Graz und Innsbruck meine Favoriten. Da weiß ich schon, wen ich treffen und in welches Theater ich am Abend gehen kann. Wenn es keine Stadt sein muss, gehe ich gern in den Wald, am liebsten in den Voralpen. Persönlich bin ich gern im Triestingtal, im Weinviertel oder in der Gegend um Lilienfeld, aber in der Beziehung ist Österreich ohnehin ein gesegnetes Land.
Was zeichnet eine gute Schrift aus?
Es kommt auf die Details an. Die müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Wenn man nur eine Kleinigkeit in einem Buchstaben ändert, muss man alle ähnlichen Teile in anderen Zeichen ebenfalls ändern. Dadurch ändert sich aber das Schriftbild massiv. Macht man zum Beispiel die Serifen ein klein wenig anders, sehen in jeder Zeile Dutzende, wenn nicht Hunderte Serifen ein wenig anders aus.
Erzählen Sie uns über den Beruf Schriftgestalter – wie sind Sie dazu gekommen?
Lustigerweise bestand mein allererster Job, für den ich eine Rechnung gestellt habe daraus, einer Schrift bestimmte Akzente nachzutragen. 1200 Schilling habe ich damals bekommen. Das hat mein Interesse geweckt, ich habe dann als Grafiker gearbeitet, mich mehr und mehr in Schwarzweiß-Illustration und Typografie bewegt. Weil ich einer der Wenigen war, die die Technologie halbwegs durchschaut haben, bin ich immer wieder von Schriftgestaltern und Typografen um Font-technische Arbeiten gebeten worden.
Wie ging es danach weiter?
Ab 2004 hab ich für die tga, die Typographische Gesellschaft Austria, Workshops gehalten. Viele der heute international bekannten Österreicher saßen damals bei mir: Marcus Sterz, Nicole Fally, Michael Hochleitner, Thomas Gabriel, Titus Nemeth und so weiter. Seit 2012 arbeite ich bei der Schriften-Software Glyphs mit, 2015 habe ich die Foundry Schriftlabor gegründet. Mittlerweile habe ich drei fantastische Mitarbeiterinnen: Lisa, Miriam und Verena. Wir haben bis jetzt ausschließlich Corporate Type gemacht, also für große Kunden wie Sephora und die amerikanische National Football League exklusive Hausschriften produziert.Meine eigenen Schriften kamen dabei immer zu kurz, doch das wird sich jetzt endlich ändern: Im Sommer geht das Schriftlabor endlich mit einer Font-Library an den Start, dann kann sich jeder eine Schriftlabor-Schrift kaufen.


Schriftlabor

Lichtenauergasser 4/1/1
1020 Wien
schriftlabor.at

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