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„Conundrum of Imagination“ – Festwochen-Ausstellung 2017

Performeum

Abseits der Heldengeschichten über Columbus, Cook & Co: Ein anderer Blick auf das „Europäische Zeitalter der Entdeckungen“.

von Franziska Riedl / 15.05.2017

Geschichten über Entdecker wie Kolumbus, Humboldt, Cão, Cook, Dias, da Gama, Magellan, Vespucci, Tasman und Bering werden bis heute erzählt. Die neuen Handelswege zwischen den Kontinenten, ihre Beiträge zu Naturwissenschaften und Geografie gepriesen. Länder, Städte, Flüsse, Tiere, Pflanzen und Institutionen sind immer noch nach diesen Protagonisten benannt. Umso wichtiger ist es, einen Blick auf die anderen Folgen dieses Zeitalters zu werfen, die über die europäischen Perspektive hinausgehen. Denn all dies ging einher mit der Ausbreitung von Krankheiten, die in die eroberten Gebiete eingeschleppt wurden, mit der Auslöschung einheimischer Zivilisationen, Kulturen, Sprachen und Völkern sowie der Wegbereitung für den Kolonialismus.

In der Ausstellung The Conundrum of Imagination geht es um die drei „G“s, die solchen Entdeckungen zugrunde liegen: Gold, God und Glory. Ohne den Zeigefinger auf jemanden zu richten beleuchtet die Schau das unersättliche Verlangen der Menschheit nach Reichtum, die sprichwörtliche Suche nach Glück und den Versuch, es für sich selbst zu pachten und andere nicht daran teilhaben zu lassen.

Die Schau umfasst 16 künstlerische Positionen, die im neuen, extra für die Wiener Festwochen installierten „Performeum“ im zehnten Wiener Gemeindebezirk, im Leopold Museum und im Stadtraum erlebbar sind. Neben Bildern, werden die Künstler auch Performances und Lectures darbieten. Fünf Highlights:

- Ahmet Ögüt greift seine bestehende Arbeit Black Diamond wieder auf, indem er den Museumsraum mit einem Kohleberg füllt, in den er ein kleines Stück aus dem Leopold Museum vergräbt. Das „Museumsstück“ wird von einer Wand im Museum abgenommen und dort durch einen echten Diamanten ersetzt.

- „What if Austria had colonized Nigeria?“ fragt sich der nigerianische Fotograf Abraham Oghobase. Sein Projekt soll reflektieren was war und was ist und beschäftigt sich weiter mit der Fragestellung, was sein hätte können.

- Ganz anders der Zugang von Pascale Marthine Tayou: Seine Skulpturen, Zeichnungen und Installationen sollen als Vermittler zwischen den Kulturen agieren. Sie befassen sich mit dem Individuum, das auf seiner Reise durch die Welt das Thema des globalen Dorfes untersucht.

- Filmemacherin Filipa César nützt in ihrer Arbeit die Medien als Mittel, um sogenannte „counter narratives“, also Gegenerzählungen der Revolte im historischen Kontext aufzuzeigen.

- Den Berliner Künstler Viron Erol Vert interessieren indes Identitätsfrage, Glaubenssysteme und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte.

 

Gestaltet wird die performative Ausstellung unter anderem von Bonaventure Soh Bejend Ndikung, Kurator der documenta 14 und Gründungsdirektor von SAVVY Contemporary in Berlin. Ko-Kuratorin ist Pauline Doutreluingne. Sie zeichnete sich zum Beispiel für die Ausstellung „The Next Big Thing is Not a Thing“ im NAiM/Bureau Europa in Maastricht verantwortlich.

 

 



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