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This ain’t California: Longboards aus Wels

Arno Longboards

In einer kleinen Manufaktur im oberösterreichischen Wels fertigt Arno Jungreithmeier Longboards. Fans haben die Einzelstücke auf der ganzen Welt. 

von Peter Schernhuber / 13.01.2014

Barcelona, Marseille oder Kalifornien – eine ganze Reihe an Orten verbindet man mit Skateboarden. Unter ferner liefen im Kanon der hippen Skateboard-Spots, darüber lässt sich wohl wenig streiten, rangiert das oberösterreichische Wels. Vielleicht ein Fehler! 

Arno Longboards nennt der Welser Goldschmied und Künstler Arno Jungreithmeier sein junges Label. Eine lange Geschichte kann die Werkstatt der Manufaktur aufweisen: Am Ufer des Mühlbachs steht Wels' einziges Fachwerkhaus. Seit circa 1870, so vermutet Arno Jungreithmeier. Ebenso lange haben Wasserkraft und die gute Lage zum Stadtzentrum Handwerker angezogen. Mittlerweile sind Hacken und Hammerschmiede gewichen. Der Bach jedoch hat den stolzen Bewohner des Hauses seit seiner Kindheit geprägt. Als markantes Sujet taucht das Gewässer in vielen seiner Arbeiten auf. Seit seiner Lehre zum Goldschmied arbeitet Jungreithmeier als Künstler. Verarbeitet etwa Schwemmholz zu nüchternen, eleganten Objekten. Neben dem historischen Gemäuer verweist auch der Familienstammbaum auf traditionelle Handwerkskunst. Bis heute betreiben Arno Jungreithmeiers Eltern einen Juwelier- und Goldschmied-Betrieb auf der Ringstraße. Mit der gleichen Empathie und Genauigkeit wie zuvor an Kunstobjekten und Schmuckstücken arbeitet Sohn Arno seit einigen Jahren an Longboards.

Jedes der Bretter ist Einzelstück und Auftragsproduktion. „Der Kern der Arbeit ist die Herstellung der Pressform“, erklärt er. Eine positiv-negative Form aus Stahl entsteht zu Beginn. Schicht für Schicht werden danach unterschiedliche Hölzer mit Epoxidharz zusammengepresst. Anschließend wird die Kontur des Boards aus dem Rohling geschnitten. Auf Wunsch lassen sich Unter- und Oberseite des Decks mit eigenen Designs versehen, bevor sie versiegelt werden. Die Standfläche erhält eine raue Oberfläche. Darauf findet der Fahrer später optimalen Halt. Je nach Bedarf und Anforderung werden abschließend Achsen, Rollen und Kugellager mit dem Deck verschraubt. Im Gegensatz zur Industrieware verarbeitet er edle Hölzer aus Nordspanien. Zudem wird mit Holzlieferanten der Region zusammengearbeitet. Das aufwändige Pressverfahren übernimmt eine Tischlerei im Nachbarort. Die Designs kommen von den Auftraggebern oder befreundeten Künstlern. Jeder, der an einem Brett mitarbeitet oder es fährt, ist Teil des Kollektivs, so die Idee. Die weiteste Reise hatte ein Brett, das nun einem Rider auf Tahiti gehört. Auf Wunsch werden auch Althölzer und Recycling-Materialien verarbeitet. Das Prunkstück der Kollektion: ein schmales, elegantes Longboard aus einem alten Wasserski der Traditionsmarke Kneissl. Inklusive historischer Patina im Lack. 

Apropos Wasser: Das herkömmliche Skateboard entstand, als es Surfern im winterlichen Kalifornien im Wasser zu kalt wurde und sie kurzerhand Rollen auf ihre Surfbretter montierten. Venice Beach, so will es die Legende, war eine der ersten Skateboardstrecken. Arno Longboards geht zur Zeit den umgekehrten Weg. Speziell für den Winter arbeitet Arno Jungreithmeier an einer Powder Surfer-Kollektion. Schnee-Longboards ohne Achsen und Rollen, aber auch ohne Bindung. This ain’t California! This is Wels!



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