Insidertipps Schneeberg: Schauspieler Lukas Johne - A-List
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Insidertipps Schneeberg: Lukas Johne

Als Landkind mit starker urbaner Prägung bezeichnet sich Schauspieler und Festivalintendant Lukas Johne. Seine Eltern ziehen in den 1970er Jahren von Wien nach Puchberg. Er wächst dort auf, aber immer mit "abenteuerlichen Trips in die Großstadt". Dieses Spannungsfeld als Zuagraster empfindet er heute als großes Privileg, das 2019 zur Gründung des Festivals Kultur.Sommerfrische. führt.

von Petra Percher / 27.05.2020

Lukas Johne verbindet die Liebe zu seinem Beruf mit dem Ort, der ihn geprägt hat. Puchberg. Heraus kommt das Festival Kultur.Sommerfrische. Dabei geht es um die Gratwanderung zwischen künstlerischer Konsequenz und einer gewissen Poesie und emotionalen Offenheit. Das Publikum fordern, aber auch berühren. "Gutes Unterhaltungstheater ist durchaus mein Ding als Schauspieler, aber nicht als Theatermacher." Letztes Jahr setzte Johne Shakespeare-Texte mit deutschen, modernen Subtexten aufs Programm und ein Stück über einen syrischen Flüchtling.

Heuer gibt es eine Bearbeitung des „Sappho“ Stoffes mit Texten von Grillparzer, antiken und zeitgenössischen Autorinnen. Der Zwei-Personen-Monolog über Männer in Selbsthilfegruppen wird jetzt eine in Kleingruppen begehbare Videoinstallation von Alexander Absenger. Dazu kommen an den Sonntagen ein Genderworkshop, ein Konzert, ein Gastspiel am Hochschneeberg und eine Matinee. Uns verrät Johne Lieblingsplätze und Geheimtipps in der Region Schneebergland

Lukas Johne und Schauspielkollegen bei Proben für das zeitgenössische Theaterfestival in Puchberg. c beigestellt

Was gibt es ganz Neues in der Region Wiener Alpen? Wovon lässt du dich selbst gern inspirieren?
Ich finde die Wiederentdeckung der Kasematten in Wr. Neustadt sehr spannend. Die Nutzung für Theater oder die Landesausstellung ist großartig. Und als schönes Pendant-Beispiel gefallen mir Projekte wie das „Fernblick“ in St. Corona am Wechsel. Ich mag bunte Klekse in der Natur, die bestehende Strukturen wiederbeleben und durch Vintage nachhaltigen Stil schaffen. Mich selbst inspiriert aber am meisten die Vergangenheit. Die Wiener Alpen sind für mich ein Begegnugsort. Hier kommen die Wiener Boheme, TouristInnen aus aller Welt und Ortsansässige zusammen, um den Sommer hier zu verbringen. Wien als Schmelztiegel der Kulturen hat auch seine Umgebung geprägt, KünstlerInnen wie Schnitzler und Raimund haben sich von der Region inspirieren lassen. Ich mag den Gedanken, dieses weltoffene und tolerante Potential aufzugreifen und hochkulturelle, künstlerische Inseln zu schaffen.

Fernblick

St. Corona am Wechsel 69
2880 St. Corona am Wechsel
+43 676 3365881
www.fernblick.at

Fernblick, St. Corona am Wechsel 69, 2880 St. Corona am Wechsel
Welche kreativen Köpfe und Künstler gestalten die Region mit?
Eine große Inspiration für mich sind Bea von Schrader und der URHOF20 in Grünbach am Schneeberg. Ein Zentrum für Performance und Tanz mitten in den Kalkalpen, in einem von BergarbeiterInnen erbauten Jugendstilsaal. Großartig! Im selben Ort ist Susanne Jahrl aka Suze LaRousse mit der Werk.Halle zu finden. Dann wäre da noch VOKA, ein international ausgestellter Künstler mit Galerie und Atelier in Puchberg und Anna Maria Krassnigg und Christian Mair sind toll mit der „Wortwiege“, womit wir wieder bei den Kasematten wären.

VOKA

Hengsttalweg 2
2734 Puchberg
+43 699 1235 2135
www.voka.at

VOKA, Hengsttalweg 2, 2734 Puchberg
In welchem Lokal verbringt du gern einen Abend nach dem Festival?
Ehrlich? Nach den Vorstellungen bin ich viel zu müde bin, um noch irgendwo zu sitzen, was mir von meinem Team auch immer sehr übel genommen wird. Die sind dann meist beim „Schwarzen Adler“ oder im „Gasthof Hausmann“, beide unweit der Burgruine. Oder zu später Stunde im „Zaubera“. Dort kann man neben dem Freibad bis tief in die Nacht hinein feiern.

Gasthof Schwarzer Adler

Burggasse 2 A
2734 Puchberg am Schneeberg
+ 43 2636 22 75
www.gasthof-schwarzeradler.at

Gasthof Schwarzer Adler, Burggasse 2 A, 2734 Puchberg am Schneeberg
Welcher Koch, welche Köchin tischt die beste regionale Küche auf?
Viele! Ich ziehe mich aus der Affaire und berufe mich auf eine Kindheitserinnerung: Ute Schmutzer. Zu besonderen Anlässen waren wir immer beim „Schmutzer“ in Winzendorf, damals eine der besten Haubenadressen in der Umgebung, den gibt es immer noch. Dort habe ich als Teenager sogar einmal ein Wochenende lang geschnuppert.

Gasthaus Schmutzer

Hauptstraße 12
2722 Winzendorf
+43 2638 222 37
www.gasthaus-schmutzer.at

Gasthaus Schmutzer, Hauptstraße 12, 2722 Winzendorf
In welchem Café startest du entspannt ins Wochenende?
Das „Parkcafe Langegger“ im Kurpark ist quasi das Café de l'Europe von Puchberg, Mitten im Ort, aber statt am Stephansplatz ist es direkt am Teich. Früher gab es hier den „Szabo“, einen ungarischen Konditor, der nebenbei ein Marzipanmuseum betrieben hat...
Parkcafe Langegger, Kurpark 1, 2734 Puchberg am Schneeberg
Welchen lokalen Produzenten oder Märkte besuchst du gern?
Am bekanntesten aus der Region ist sicher das „Schneebergrind“, in jeder Top- Adresse in Wien zu finden. Auch da bin ich subjektiv, denn unser Nachbar ist die Fleischhauerei „Rhabek“, die uns seit ewigen Zeiten verwöhnt. Zusammen mit dem anderen Anbieter im Ort, der Fleischerei „Nötsch“. Wenn man Fleisch isst, kann man hier sicher gehen, dass die Tiere ein glückliches Leben in der Natur hatten.

Fleischhauerei Rhabek

Bahnstraße 3
2734 Puchberg am Schneeberg
+43 2636 2227

Fleischhauerei Rhabek, Bahnstraße 3, 2734 Puchberg am Schneeberg
Das liebevollste Mitbringsel aus den Wiener Alpen?
Auch da gibt es sehr viel, aber ich würde die Romane von Jacqueline Gillespie empfehlen. Sie fängt das Lokalkolorit sehr schön ein und wirft ein liebevolles Auge auf die Region.
Avantgardistisches Theater trifft bei deinem Festival auf die wiederentdeckte Sommerfrische – in welche Hotels quartierst du Gäste ein, die beides kombinieren?
Da hätten wir als erste Adresse den „Schneeberghof“, der unter der sehr liebevollen Führung von Gabi Machacek alpinen Luxus verspricht. Dann gibt es den „Gasthof Schmirl“ (gutes Essen), den „Bruckerhof“ (zentral), das „Wellnesshotel Paradiesquelle“ (Beautyfarm) und den „Forellenhof“ (Schneebergnähe). Alles Sponsoren des Festivals und dadurch ein wunderbarer Link zwischen Kultur und Tourismus.

Gasthof Pension Schmirl "Zum Hirschen"

Muthenhofer Straße 8
A-2734 Puchberg am Schneeberg
+43 2636 2277
schmirl.at

Gasthof Pension Schmirl "Zum Hirschen", Muthenhofer Straße 8, A-2734 Puchberg am Schneeberg
Wohin führt dein Lieblings-Wanderweg? Und verrätst du uns auch deine Lieblingshütte?
Der Lieblings-Wanderweg führt auf den Himberg zur Hallelujahöhle. Uns Kindern wurde immer die Geschichte von einer jungen Mutter erzählt, die sich während der Türkenbelagerung nicht in der Höhle verstecken durfte, weil man Angst hatte, ihr Baby könnte die anderen durch Schreien verraten. Sie hat sich dann in einem Busch vor der Höhle versteckt und ist dadurch mit ihrem Kind als einzige dem Massaker entgangen. Und die letzte „Hütte“ in die ich mit Freunden eingekehrt bin, war tatsächlich die Elisabethkirche am Hochschneeberg. Wir wurden kurz vor dem Hotel vom Wetter überrascht und bei Regen ist dieser Jungenstilbau noch viel aufregender.

Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche

Hochschneeberg 6
2734 Puchberg am Schneeberg
www.erzdioezese-wien.at/pages/pfarren/9421

Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche, Hochschneeberg 6, 2734 Puchberg am Schneeberg
Zum Schluss: Welche Geheimtipps und besonderen Plätze in der Region teilst du mit deinem kunstaffinen Publikum?
Da muss ich natülich erst einmal von unseren Spielorten sprechen. Die Burgruine in Puchberg wurde in den vergangenen Jahren vom Burgverein revitalisiert, wobei ihre archaische, rohe Kraft erhalten geblieben ist. Das ist alles was man als Kulisse bzw. Bühne braucht, minimale Ergänzungen und die richtigen Texte genügen. Für 2020 siedeln wir aber vor die Tür der Burgruine und spielen vor der Kirche, um die Auflagen besser erfüllen zu können. Dazu ist der Alte Eiskeller im Ortskern die perfekte Ergänzung. 100 Jahre alt, ein Familienbetrieb, vielfältigst genutzt und wunderbar für technische Spielereien geeignet. Heuer wird er allerdings für die Videoinstallation durch das neu renovierte Santolhaus ersetzt, ein kleines Holzhaus im Kurpark, das eine Galerie beherbergt. Gleich neben der Galerie befindet sich übrigens der Musikpavillon, von dem aus ich mit einem Gast jeden Samstag eine Publikumsdiskussion in Form einer Parkbeschallung leiten werde. Und das Hotel am Hochschneeberg, wo wir heuer in Kooperation mit der Schneebergbahn wieder ein Gastspiel geben werden, ist extrem spannend. Ganz Puchberg, aber auch viele andere Gemeinden in der Region und eigentlich überall haben großartige, alte Baustrukturen zu bieten. Höfe, alte Hotels und Fabriken, sozusagen „lost rural spaces“. Alles schreit danach, kulturell und gerne auch subkulturell genutzt zu werden. Für die Zukunft der Wiener Alpen wünsche ich mir, dass die Region als Drehort entdeckt bzw. wiederentdeckt wird.

Berghaus Hochschneeberg

Hochschneeberg 7
2734 Puchberg am Schneeberg
+43 2636 2257
de.hochschneeberg.com

Berghaus Hochschneeberg, Hochschneeberg 7, 2734 Puchberg am Schneeberg


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