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Wien: Sinnsuche im Setzkasten

Setzkasten

Ein kreatives Trio schafft Raum für künstlerisch-interdisziplinäres Schaffen. "Setzkasten" heißt die Location des gemeinnützigen Vereins im 17. Bezirk.

von Maria Schoiswohl / 18.05.2015

"Ich bin", sagt Stefan Voglsinger auf die Frage, was er so macht. Und dann eine Zeit lang nichts. Er sitzt auf einem improvisierten Bierkistenhocker, inmitten von Projektoren, Filmrollen, Lötkolben, Fotos an den Wänden, in Regalnischen, die einst Parfum bargen. Im Hintergrund wabern sphärische Klänge.

Schauplatz der Zusammenkunft ist der Setzkasten, jene 40 Quadratmeter Raum, die der gleichnamige gemeinnützige Verein seit einem guten halben Jahr nutzt. Zur kulturellen Horizonterweiterung, zur interdisziplinären Kunstüberschreitung. Gemeinsam mit Stefanie Zingl und Richard Dergovics hat Voglsinger den Verein gegründet. Zog vom eigenen Wohnzimmer, das zu klein wurde, in die Werkstatt an der Hernalser Hauptstraße. Gegenüber der BP-Tankstelle und der Foodcoop Rübezahl 17, gleich neben das Kulturnetz-Hernals.

Hier gingen einst teure Düfte über den Ladentisch, übte ein Musiker der Gruppe Bauchklang, werkte eine Malerin, lagerte Merchandisematerial. Dann war ein Jahr lang nichts. Jetzt ist hier der Setzkasten, dessen Logo aus Zwiebelfischen* des befreundeten Pariser Künstlers Michael Sarcault ausdrückt, was Programm ist: Performances, Ausstellungen, Tauschboutiquen, Konzerte, Workshops. Aus den verschiedensten Kunstrichtungen, mit internationalen Mitwirkenden. Kommt schon mal vor, dass sich eine Tänzerin in einem der Regale hinter Glas bewegt und ihre Worte ins Schaufenster übertragen werden. Oder dass am selben Tag auf den Dunkelkammerworkshop eine Ausstellung samt Konzert folgt.

Musik spielt im Setzkasten eine große Rolle. Immerhin ist Voglsinger Schlagzeuger. Er spielt in der Ankerbrotfabrik, gibt Workshops in den Bundesländern. Zingl kommt aus der Theaterwissenschaft, vom Amateurfilm und aus dem Österreichischen Filmarchiv. Für den Setzkasten hat sie ihre weißen Handschuhe ausgezogen. "Jetzt lasse ich Film verschimmeln", gibt sie ein Beispiel ihres künstlerischen Ansatzes. Oder sie gibt eben Workshops in der Dunkelkammer. Im Brotberuf tastet Zingl Filme ab. Dergovics ist Fotograf und widmet sich, abseits des Kastens, abstrakten Porträts. Voglsinger kennt er über das Herbstklang-Festival. Über Lötkolben und einer Skulptur, die jetzt im Setzkasten steht, lernte man sich kennen. Jetzt macht das Trio gemeinsam Programm, das "aus einem Bedürfnis heraus entsteht". Aktuell hängen im Setzkasten Arbeiten des Fotografen Suchart Wannaset.

"Ich bin", setzt Voglsinger nochmal an. Ganz viel, könnte man darauf antworten. Mit Leib und Seele jedenfalls Musiker. "Für mich ist auch das ein wenig wie Schlagzeug spielen", sagt er und deutet um sich. Einmal pro Monat öffnet der Setzkasten seine Türen für eine Veranstaltung. Oder nach Vereinbarung.

*Lettern, die im falschen Typografiesetzkasten gelandet sind



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